Testbericht 361° Meraki

Lust auf Veränderung ? Lust auf etwas Neues ? Weg vom Mainstream ?

Es ist der zweite Laufschuh aus der Produktion des chinesischen Herstellers 361°, den ich laufen und testen durfte und Euch hier vorstelle. Und er ist anders als der kürzlich vorgestellte Sensation 2. Der Meraki hat seinen eigenen Charakter und er wird seine eigene  Zielgruppe an Läufern finden. Wer meiner Meinung nach prädestiniert ist, den Meraki auf die Straße zu bringen, erfahrt Ihr in dem folgenden Erfahrungsbericht.

Wie so oft, konnte ich auch in diesem Fall den Testzeitraum mit einem Wettkampf krönen. Im Falle des Meraki war dies ein Straßenmarathon bei einem lokalen und sehr traditionellen Laufevent, den 103. Bertlicher Strassenläufen. Eigentlich war ich noch nicht bereit in dieser frühen Phase der Vorbereitung auf den Taunus Ultratrail, schon auf die komplette Marathondistanz zu gehen. Aber es war zum einen die Aussicht jemanden bei seinem Marathondebüt zu begleiten und zum anderen die Chance eine gute Ausdauergrundlage für das weitere Training zu schaffen. Und – ein neuer Schuh löst bei mir zusätzlich immer einen Motivationsschub aus. Es sollte ein gemütlicher langer Dauerlauf werden, für mich. So der Plan. Natürlich kam alles anders. Ich hätte es vorher wissen müssen.

Ein flacher Strassenmarathon also, viel Asphalt, ein paar Feldwege, die perfekten Bedingungen für den Meraki. Ich hatte nicht die Gelegenheit ihn im Vorfeld des Marathons lange einzulaufen, nur wenige Kilometer. Aber schon während dieser Phase des Kennenlernes war mir klar: Ich werde ihm vertrauen.

FEEL FASTER IN THE MERAKI

Wir, also Jens und ich, groovten uns ein. Dem Marathondebütanten wollte ich beibringen nicht zu “überpacen”. Natürlich auch im eigenen Interesse, ich wollte ja nur Kilometer sammeln. Aber wie das manchmal so ist, kam es anders. Wir hatten Spaß, es lief gut und wir ließen laufen. Am Ende überließ ich Jens die letzten 7 Kilometer seinem eigenen Schicksal. Er war perfekt in Form und sollte das bestmögliche Ergebnis für den ersten Marathon herausholen. Ursprünglich wollte ich mich diese besagten letzten Kilometer schonen, aber mein Kopf und meine Beine dachten anders. Der Ehrgeiz übernahm die Kontrolle und ich behielt Blickkontakt zu Jens.

Meine schnellsten Kilometer an diesem Tag waren Kilometer 41 und Kilometer 42 (beide unter 05:00min/km). Das sagt viel darüber aus, wie ich mich gefühlt habe.  Der Meraki hat hier definitiv einen großen Anteil an diesem Befinden und an der erfolgreichen “Schlußoffensive”. Und sicherlich auch an der Schnelligkeit. Denn nur wenn ein Schuh agil, flexibel und gut im Abdruck ist, bekommt man die Performance über eine solche Distanz so gut auf die Strasse. Im übrigen finishte der Debütant bravourös mit 03:48:19Std.. Ich kam 91 Sekunden später ins Ziel.

https://www.strava.com/activities/1300527456

Unter anderem mit der Erkenntnis, eine tolle Allzweckwaffe in meinen Reihen besitzen zu dürfen, machte ich einen Haken an diesen “Trainingsmarathon”.

Der Meraki hat mich von meinen 10 Kilometer-Standard-Läufen bis zur Marathondistanz sehr überzeugt. Er ist neutraler, leichter, flexibler und agiler als der Sensation 2. Dieser hat für mein Gefühl, als leicht gestützter Schuh, aber auch eine andere Zielgruppe. So schrieb ich beim Sensation 2:

Der Sensation 2 ist für mein Gefühl ein super Allrounder, unbedingt auch zu empfehlen für Anfänger und fortgeschrittene Läufer die Stabilität suchen. Eher weniger angesprochen dürften sich Läufer fühlen, die schuhtechnisch minimalistisch, leicht und schnell unterwegs sein möchten.

Der Meraki von 361° dagegen spricht den Typ Läufer an, der nicht viel Unterstützung braucht, der Agilität sucht und für alle Fälle gewappnet sein möchte. Mit seinem Gewicht von 292g ist er deutlich leichter als der Sensation 2 (348g). Beide selbst ermittelt, bei Schuhgröße EUR44. Bestechend ist die Verarbeitung. Die Schnürsenkel sind nicht schnöde und einfach, sondern besonders flexibel und weich.

Ebenso die Lasche, die sehr gut gepolstert daher kommt und somit den Fuß vor Druckstellen schützt. Im Inneren, nicht sichtbar, ist Hightech verbaut. Eine Carbonfaserplatte (QU!K Spine) verleiht dem Mittelfuß maximale Integrität. Schlußendlich die Sohle (powered by QU!KFOAM) bringt einen guten Abdruck und sorgt für die Geschwindigkeit.

 

QU!K Flex sorgt für eine natürliche und flexible Absprungphase und verstärkt den Bodenkontakt für einen bessere Beschleunigungsprozess. (Quelle: https://www.361europe.com/de/meraki)

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2 Kommentare

  • Schöner Testbericht. Ich würde die Schuhe auch gerne mal testen, das gestaltet sich allerdings sehr schwierig. Lt. Internetseite gibt es in Krefeld und in Düsseldorf einen Sportladen, die die Schuhe führen. Auf telefonischer Nachfrage wurde allerdings mitgeteilt frühestens Mitte/ Ende März (Düseldorf) und im Sommer (Krefeld). Gibt es noch eine andere Möglichkeit außer noch weiter aus dem Ruhrgebiet zu fahren?

    • Hallo Sonja, das ist blöd. Ich denke das Netz an Händlern will zunächst erst ordentlich aufgebaut werden. man müsste mal beim Support nachfragen, wie es mit online Bestellung und eventueller Rückgabe bei Nichtgefallen aussieht.
      LG
      Thomas

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